Galerie Lumina präsentiert: 50 Jahre Jimi Hendrix in Wien

Als Hommage an den Musiker Jimi Hendrix, der vor 50 Jahren sein einziges Konzert in Österreich hatte, betreibt die Galerie Lumina eine Fotoausstellung zum Jubiläum. Dort gibt es ab heute bis zum 30. Januar neben damaligen Konzertfotos, auch Gastauftritte verschiedener Musiker.

Wäre Rockmusik eine Religion, so wäre Jimi Hendrix der Schutzpatron der E-Gitarre: Als er vor 50 Jahren seinen weltberühmten Woodstock-Auftritt hatte, prägte er nicht nur die damalige Hippie-Bewegung in den USA.  1969 dröhnte sein hypnotischer Gitarrenklang über den Atlantik nach Europa. Dort hatte der Soundverzerrungs-Künstler im gleichen Jahr seinen einzigen Österreich-Auftritt im Wiener Konzerthaus. Nun gibt es für dieses Event die visuelle Zeitmaschine heute in der Galerie Lumina in Form einer Fotoausstellung zum 50 Jahre Jubiläum. Die Konzertbilder stammen aus der Sammlung des Zeitzeugen Rudy Kronfuss, dessen Faszination für Hendrix nicht nachgelassen hat.

Vergrößerte Ausstellungsfotos vom damaligen Hendrix Konzert.    © Sonja Pellumbi

Ein Rockkonzert als Schlüsselmoment

Der damals 17-jährige Rudy Kronfuss hat den historischen Moment erkannt, als er dem Hendrix Konzert in Wien beiwohnte. Wie einer Eingebung folgend, beschloss er an dem Tag Musiker zu werden. Er begann Gitarre zu spielen, wie sein Idol. Jahrzehnte später folgte ein Buch über die Auftritte: „Jimi Hendrix in Vienna“. Heute lebt der Wiener in Holland, als Musiker, Gitarrenlehrer und inoffizieller Hendrix-Missionar.

Professionelle Fotos vom Konzert schienen kaum vorhanden zu sein. Im Laufe der Jahre hat Kronfuss deshalb Menschen angeschrieben, die das Konzert besucht haben und um jeweilige Fotos gebeten. Diese hat er samt Presseberichten und Anekdoten um das Ereignis zusammengetragen und über eine Freundin, die für die Unterbringung Hendrix damals zuständig war, zur Galerie Lumina gefunden.

Das Equipment ist für die Musikeinlage aufgestellt. © Sonja Pellumbi

Ausstellungsort als Allround-Packet

Die Galerie in Neubau stellt rund 30 Fotos aus der Kronfuss Collection aus. Sie wurden reproduziert und vergrößert. Ohne künstlerischen Anspruch der Konzertbesucher sollen die Fotos von der damaligen Stimmung berichten. Warum gerade Lumina als Ausstellungsort? „Den Raum bei mir zu mieten ist im Vergleich zu anderen Orten sehr preisgünstig.“, sagt Galeriebesitzer Peter Sonnleitner.

Der finanzielle Aspekt ist aber nur ein Grund für die Wahl. Denn die acht Jahre alte Galerie verfolgt ein einzigartiges Konzept: Mit der Idee dahinter den ganzen Schaffungsprozess eines Künstlers bis zum Verkauf an einen Ort zu platzieren, ist die Galerie Werkstätte und Ausstellungsraum in Einem. Neben einer analogen Dunkelkammer, gibt es im separaten Raum Platz für Digitaldruck, sowie eine Holzwerkstätte zum Bildrahmenbau. Im Ausstellungsraum selbst befindet sich eine Bar und eine Marktplatzecke, die ausgebaut werden soll.

Diese Vereinigung soll den Künstlern Arbeitswege verkürzen und gleichzeitig Transparenz schaffen. „Kunst sollte nicht im elitären Raum stattfinden, sondern für alle verfügbar sein. Deshalb sind die Ausstellungen oft mit Musik und es wird danach auch etwas gefeiert“, sagt Sonnleitner, „So enstehen leichter Diskussionen. Es passiert dann mehr Zwischenmenschliches, das ist mir wichtig.“

Für ein Allround-Erlebnis hat Kronfuss die passende Musik organisiert: Auf der Hendrix-Vernissage beschallen Rudy Kronfuss und Mario Bottazzi heute die Galerie. Der Bluesmusiker Sascha Ploner folgt am Montag den 28. Januar. Zum Abschluss veranstaltet Georg Albert ein Konzert mit zeitgenössischen Liedern um und von Hendrix am Mittwoch den 30. Januar.

Galeriebesitzer Peter Sonnleitner an der Lumina-Bar. © Sonja Pellumbi

Früh verstorbener Gitarrenvirtuose

Jimi Hendrix verstarb nach seinem Auftritt in Wien ein Jahr später in einem  Londoner Hotel. Er wurde 27 Jahre alt. Geboren als  Johnny Allen (später James Marshall) wuchs Hendrix in armen Verhältnissen auf und gilt heute noch als Pionier der Rockmusik. Sein exzessiver Einsatz der E-Gitarre, welcher zur damaligen Zeit verpönt war, hat das Rockgenre revolutioniert. Das Rolling Stone Magazin ernannte ihn zum größten Gitarristen aller Zeiten.

Weitere Infos gibt es auf der Website von Lumina.