Love Machine - Thomas Stipsits und Julia Edtmeier

Vom Musiker zum Callboy: „Love Machine“ kommt in die Kinos

Rechtzeitig zum Start in die Semesterferien erobert Kabarettist Thomas Stipsits als erfolgloser Musiker auf Abwegen die Kinoleinwände. Die starbesetzte Komödie „Love Machine“ ist ab Freitag in ganz Österreich zu sehen.

Er hat alles verloren: seinen Band-Kollegen, seinen Job und seine Wohnung. Kabarettist und Schauspieler Thomas Stipsits spielt in der starbesetzten österreichischen Komödie „Love Machine“ einen Musiker am Ende seiner Karriere, der als Callboy doch noch ungeahnte berufliche Höhenflüge erlebt. Unter anderem Barbara Schöneberger, Ulrike Beimpold und Adele Neuhauser hat es der unbeholfene, aber charmante Musiker angetan. Am Donnerstag feierte der Film im Wiener Cineplexx Donau Plex Premiere. Ab kommendem Freitag ist er in den österreichischen Kinos zu sehen – und damit genau rechtzeitig, um als mögliches Freizeitprogramm an kalten und verregneten Tagen in den Semesterferien zur Verfügung zu stehen.

Stipsits als Musiker ohne Erfolg

Der Anfang des Films ist zugleich das Ende einer Karriere: Als sein Band-Kollege Waldemar (Stefan Bernheimer) stirbt, findet die Musik-Karriere von Georgy Hillmaier (Thomas Stipsits) ein jähes Ende. Jahrelang waren die beiden als Zwei-Mann-Band in Österreich unterwegs, um bei Hochzeiten und Geburtstagen ihr Geld zu verdienen. Durch den plötzlichen Herztod seines Kollegen verliert Georgy also nicht nur einen Freund, sondern auch seinen Job.

Waldemar (Stefan Bernheimer) und Georgy (Thomas Stipsits) kommen als Zwei-Mann-Band gerade so über die Runden. Foto: Allegro Film/Philipp Bozsek
Waldemar (Stefan Bernheimer) und Georgy (Thomas Stipsits) kommen als Zwei-Mann-Band gerade so über die Runden. Foto: Allegro Film/Philipp Bozsek

Denn ohne Waldemar, der sich immer um die Auftritte, Verträge und Finanzen gekümmert hat, ist Georgy aufgeschmissen. So kommt es, wie es kommen muss: Weil er die Miete nicht mehr bezahlen kann, wird er kurz nach dem Tod seines Freundes delogiert.

Vom Verlierer zum Frauenschwarm

Ohne Job, ohne Wohnung und mit nur acht Prozent Akku am Handy steht er deshalb bei seiner Schwester Gitti (Julia Edtmeier) vor der Tür, die ihren erfolglosen Bruder bei sich aufnimmt. Im Salon der professionellen Beautyberaterin eröffnen sich für Georgy ungeahnte Karrierechancen: Er wird zum Callboy. Gitti vermittelt ihm einige Kundinnen – und das Geschäft läuft gut. Georgy hat zwar eher einen Waschbär- als einen Waschbrettbauch, kann dafür aber mit seinem Charme und seiner sensiblen Art punkten. Kompliziert wird das Ganze erst, als er sich in seine Fahrlehrerin Jadwiga (Claudia Kottal) verliebt. Georgy muss sich entscheiden, was er wirklich will: Beruf oder Liebe?

Fahrlehrerin Jadwiga (Claudia Kottal) hat es dem Callboy angetan. Foto: Allegro Film/Felipe Kolm
Fahrlehrerin Jadwiga (Claudia Kottal) hat es dem Callboy angetan. Foto: Allegro Film/Felipe Kolm

Viele bekannte Gesichter

Das Ensemble von „Love Machine“ ist gespickt mit Stars des österreichischen und deutschen Films: Neben Thomas Stipsits, Claudia Kottal und Julia Edtmeier in den Hauptrollen sind in der 97-minütigen Komödie auch Ulrike Beimpold, Barbara Schöneberger, Lilian Klebow, Adele Neuhauser und Stipsits‘ Frau Katharina Straßer in kleineren Rollen zu sehen. Als Regisseur fungierte Andreas Schmied, für den es nach „Die Werkstürmer“ und „Harri Pinter, Drecksau“ erst der dritte Langspielfilm ist.

Neben Thomas Stipsits ist auch die deutsche Moderatorin und Schauspielerin Barbara Schöneberger in "Love Machine" zu sehen. Foto: Allegro Film/Felipe Kolm
Neben Thomas Stipsits ist auch die deutsche Moderatorin und Schauspielerin Barbara Schöneberger in „Love Machine“ zu sehen. Foto: Allegro Film/Felipe Kolm

Aufmerksamen Wiener Zuschauern dürften aber nicht nur viele Gesichter, sondern auch einige Schauplätze bekannt vorkommen. „Love Machine“ wurde nämlich in Wien gedreht. Von Juni bis Juli war die Filmcrew im vergangenen Jahr in der ganzen Stadt unterwegs. Die Komödie wurde von „Allegro Film“ produziert, Unterstützung erhielten die Produzenten dabei vom Österreichischen Filminstitut, vom Filmfonds Wien und vom Filmstandort Austria. Auch der Österreichische Rundfunk (ORF) war an dem Projekt beteiligt.

Kritiker sind sich uneinig

Trotz des großen Staraufgebots nahmen Filmkritiker „Love Machine“ eher mit gemischten Gefühlen auf. In der Fernsehzeitschrift „TV-Media“ wird etwa die Leistung von Thomas Stipsits gelobt, während die Auswahl und Darbietung einiger anderer Schauspieler bekrittelt wird – allen voran Barbara Schöneberger kommt nicht besonders gut weg. Und auch was die Story angeht, sind die Meinungen geteilt. Während „derStandard“ die Komödie als „Fremdschämkino“ bezeichnet, beschreibt sie die „Wiener Zeitung“ als „launige Komödie, die schlüpfrig, aber nicht zu schlüpfrig“ sei.

Wer nun Lust hat, die kalten Tage in den Semesterferien nicht im Freien, sondern bei einem österreichischen Film im warmen Kino zu verbringen, hat an gleich mehreren Standorten in Wien die Chance dazu:

Mehr Infos zum Film gibt es im Trailer und auf der eigenen Website.

Header: Thomas Stipsits und Julia Edtmeier in „Love Machine“. ©Allegro Film/Philipp Brozsek