Motorsport für jedermann

Virtual Reality hält Einzug in die Motorsportwelt, egal ob im privaten oder dem professionellen Bereich. Ausprobiert kann dies nun auch bei einem Racer-Treff im vrei in Wien werden.

Die Außenwelt wird komplett ausgeblendet, dafür tauche der User vollends in die virtuelle Welt ein. Doch wie geht das? Es wird ein Head-set vom derzeit gefragtesten Modell von Oculus Rift getragen. Mit der Mischung aus Kopfhörer und Brille hat man das Gefühl, wirklich dort zu sein- die Außenwelt wird ausgeblendet. Dass der Benutzer dabei ziemlich blöd aussieht, lassen wir beiseite. Beim Racer-Treff spielt dies alles keine Rolle, es geht hier nur um Geschwindigkeit und um den Spaß-Faktor.

Sag niemals Spiel zu mir

Ein Lokalaugenschein im vrei zeigt schnell, hier ist Virtual Reality zuhause. In sechs Simulatoren, ausgestattet mit Lenkrädern, Pedalen und bewegten Sitzen, können die Gäste in Traumwagen wie dem Ferrari 488 GT3, dem Nissan GT-R oder dem Porsche 911 Gt3-R Platz nehmen- und gegeneinander antreten. Die Autos unterscheiden sich wie im echten Leben in Motorleistung, Fahrverhalten und Sichtfeld. Der Unterschied zu herkömmlichen Sim-Varianten für Zuhause ist in erster Linie das 360-Grad-Sichtfeld. Bewegt der Spieler den Kopf nach links, um in die Seitenspiegel zu blicken, bewegt sich auch das Sichtfeld in der Simulation (Spiel darf man hier nicht sagen) dorthin.

Seit der Neueröffnung 2015 erstrahlt das vrei in neuem Glanz. © vrei

Die Motion-Sitze, die auf Bodenunebenheiten reagieren, verstärken das Gefühl, wirklich im Auto zu sitzen – auch wenn man es besser wissen müsste. Dass manch einem dabei schwindlig oder schlecht wird, ist nichts Ungewöhnliches. So meint etwa Matthias Wagner, ein Vielspieler: „Am Anfang wurde mir noch schlecht, aber nach ein paar Fahrten wurde es bedeutend besser. Ich glaube der Kopf kann es am Anfang nicht so gut verarbeiten, aber jetzt geht es schon recht gut. Ohne Brille ist es wahrscheinlich leichter sich darauf einzustellen“. Auch hier gilt: alles eine Gewöhnungssache.

Scharfmacher

VR ist die nächste Ausbaustufe. Beim Selbsttest fällt auf, dass es bei den derzeitigen Versionen der VR-Brillen noch an Schärfe fehlt, aber auch das ist nur eine Frage der Zeit. Sim Racing ist aufgrund der der realen Bedingungen als Trainingsmöglichkeit für ambitionierte Hobby- und Profirennfahrer unverzichtbar geworden. Genau das ist das Ziel des Racer-Treffs der Mitte Dezember ins Leben gerufen wurde. Er findet jede Woche entweder mittwochs oder donnerstags im vrei statt.

Bei den Turnieren im vrei sind zumeist die besten Fahrer Wiens anwesend. © vrei

Nach Jahreswechsel wird richtig durchgestartet.  Hierfür treffen sich die schnellsten Fahrer Wiens zu einem gemeinsamen Rennen. So meint Keijo Keke Platzer, der Suzuki-Cup Europameister aus dem Jahr 2016: „Für mich ist der Sim-Racer als Übungsmöglichkeit unerlässlich geworden, die Strecken und die Autos sind derart real, dass ich mich perfekt auf die Bedingungen auf der Strecke vorbereiten kann.“

(In)offiziell schnell

Offizielles Event ist es keines, es muss sich viel mehr eine Einladung erfahren werden. Entweder bei einer der täglichen Fahrten oder bei einem Turnier. Das „Geheimevent“ findet immer außerhalb der Öffnungszeiten und ohne Bezahlung statt. Eine fixe Teilnehmerzahl gibt es nicht, bei der Premiere waren aber 14 Teilnehmer anwesend. Autos und Strecken werden immer abwechselnd gefahren, galt es beim ersten Treff noch einen McLaren aus dem Jahre 1975 mit Handschaltung in Monza zu fahren so wurde seitdem unter anderem ein Ferrari F50 in Brands Hatch gefahren. Das Format ist simpel und fordernd zugleich.

In der virteullen Welt wird das Äußere komplett ausgeblendet. © vrei

Für jeden Piloten gibt es ein kurzes Training, um sich an den Boliden zu gewöhnen. Anschließend wird in einem Qualifying die Startaufstellung ermittelt. Danach werden die Grids gebildet. Es fahren die schnellsten 4 Piloten gegeneinander, darauf folgen die Plätze vier bis acht usw. Sind alle Rennen gefahren duellieren sich die Sieger ihres Rennens nochmal um dem Tagestitel.  Geld oder einen Pokal gibt es nicht zu gewinnen, steht doch der Spaß und die Herausforderung im Mittelpunkt. Und nach den spannenden Duellen auf der Strecke gibt es bei dem ein oder anderen Getränk nicht minder hitzige Diskussionen über die Aktionen auf der Strecke.

 

Weiterführende Links:

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