Valentinstag für Kulturverliebte

Es muss nicht immer das klassische Valentinstag-Dinner sein, denn Wien hat am Tag der Liebenden noch viel mehr zu bieten. Ob im Museum, im Kino oder im Theater – der 14. Februar lässt sich mit ganz besonderen kulturellen Highlights verbringen. Und die sind mindestens genauso romantisch wie ein Candle-Light-Dinner.

Liebe und Erotik im Naturhistorischen Museum

Die Venus von Willendorf © NHM Wien/Lois Lammerhuber

Das Naturhistorische Museum bietet im Rahmen seines Valentinstags-Specials eine Kombination aus gleich drei unterschiedlichen Führungen zum Thema Liebe und Erotik. „Gar nicht so prüde, unsere Vorfahren…“, sagt Karina Grömer, Prähistorikerin am NHM, und beweist das bei ihrer Führung durch die Schausammlung des Museums, in der sich mehr Liebesanspielungen verstecken, als man denkt. Bei der Führung „Liebesleben im Tierreich“ erfahren Besucher unter anderem, warum es zwei Geschlechter gibt. Und eine darf natürlich nicht fehlen, wenn es um Erotik in der Zeitgeschichte geht: die Venus von Willendorf. Ihr und anderen erotischen Darstellungen widmet sich die Führung „Erotisches rund um die Venus“. Die drei Führungen dauern insgesamt etwa zwei Stunden, zum Abschluss gibt es einen „Sex on the Beach“ im Planetariumssaal.

Romantische Klassiker in Wiens Kinos 

Richard Gere und Julia Roberts in Pretty Woman © Touchstone Pictures

Kinoliebhaber haben am Valentinstag die Qual der Wahl, denn die Wiener Kinos haben für den Tag der Liebe die romantischsten Schinken der Filmgeschichte ausgegraben. Im Filmcasino können Verliebte Audrey Hepburn in ihrer Paraderolle in „Breakfast at Tiffany’s“ sehen. Je nachdem, ob Julia Roberts Herz lieber von Richard Gere oder von Hugh Grant erobert werden soll, kann zwischen „Pretty Woman“ im Votivkino und „Notting Hill“ im English Cinema Haydn gewählt werden – letzteres in Originalton. Das Gartenbaukino zeigt mit „Romeo and Juliet“ eine moderne Verfilmung der „Mutter aller Liebestragödien“. Das Schikaneder komplettiert mit „Dirty Dancing“ die Top 5 der besten Valentinstag-Filme in der Stadt.

Verliebt, verlobt, verheiratet – ein Stadtspaziergang

Die Hofburg © domeckopol/pixabay

Wer sich vor dem Valentinstags-Dinner noch die Beine vertreten möchte, kann das am Nachmittag bei einer Stadtführung tun. Unter dem Motto „verliebt, verlobt, verheiratet“ erzählt Fremdenführerin Elisabeth Wolf bei einem einmaligen Spaziergang am Valentinstag Geschichten über die raffinierte Heiratspolitik der Habsburger, die ihre Feinde nicht selten schlichtweg vermählt haben, damit sie ihnen nicht mehr in die Quere kamen. Die Tour dauert etwa zweieinhalb Stunden und beginnt bei der Kaisergruft. Von dort geht es durch den ersten Bezirk bis zur Winterresidenz der Habsburger, der Hofburg, wo anschließend das Sisi-Museum besucht wird.

Infos zur Buchung gibt es hier.

Der Mythos von „Mars und Venus mit Amor“

Mars und Venus mit Amor © Belvedere Wien/Johannes Stoll

Das Obere Belvedere widmet sich am Valentinstag zwei besonderen Liebesgeschichten. „Mars und Venus mit Amor“ nennt sich die Skulpturengruppe, die der oberösterreichische Bildhauer Leopold Kiesling 1809 an den Wiener Hof brachte. Es ist das Jahr der Hochzeit von Napoleon und Marie Louise. Die Vermählung sollte damals den Frieden und die Stabilität in Europa sichern. Das kaiserliche Paar wurde alsbald mit den mythologischen Figuren der Skulptur verglichen, denn auch hier versucht versucht Venus, die Göttin der Liebe, ihren Geliebten Mars, den Gott des Krieges, von Kämpfen abzuhalten. Die Ehe und ihr politischer Hintergrund wurde somit legitimiert. War Kieslings Werk also doch eine gut durchdachte Auftragsarbeit? Die Ausstellung „Mythos von Mars und Venus mit Amor“ geht der Geschichte auf den Grund – und zwar genau an dem Ort, an dem die Skulptur bereits vor über 200 Jahren stand. Passend zum Valentinstag kann dann auch gleich noch ein Abstecher zu Klimts „Der Kuss“ gemacht werden.

Unerfüllte Liebe im Theater

Das Ensemble von „Lies mein Herz“ © Laura Stern

Auch im Theater wird man auf der Suche nach einem passenden Valentinstag-Programm fündig. Das Werk X am Petersplatz zeigt das Stück „Lies mein Herz“, das von der Liebesbeziehung der beiden Dichter Ingeborg Bachmann und Paul Celan handelt. Es ist eine komplizierte und unerfüllte Liebe. Denn tatsächlich fanden die beiden nie vollends zueinander, da Celan verheiratet war. Was sie jedoch zwischen ihren vereinzelten Treffen verband, war ein über 20 Jahre andauernder Briefwechsel, der nun die Basis des Stückes „Lies mein Herz“ bildet. Parallel zur Produktion  findet im Foyer des Werk X-Petersplatz die Ausstellung „Liebende“ von Matti Melchinger statt, der seine Bilder assoziativ zu den jeweiligen Stücken zeichnet.