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Was am Ende bleibt…und am meisten zählt

Die Jungautorinnen Marija Barišić und Laura Fischer veröffentlichen ihr erstes Buch „Was am Ende bleibt”. Sie haben mit Menschen in ihrem letzten Lebensabschnitt über die Liebe gesprochen und die Geschichten niedergeschrieben. Am 31.10 fand die Buchpräsentation in einer Buchhandlung statt.

Was am Ende bleibt – Geschichten über die Liebe”, ist der Titel des im Edition a Verlag erschienenen Buches von der erst 21-jährigen Laura Fischer und ihrer Co-Autorin Marija Barišić (25). Einen Sommer lang haben sie Menschen in Altersheimen, Hospizeinrichtungen und Palliativstationen über das Thema Liebe interviewt. Die Erzählungen der Befragten werden in der Ich-Perspektive wiedergegeben und handeln davon, was die Liebe mit ihnen gemacht und was sie hinterlassen hat. Die meisten der Geschichten, die von erschütternden Kindheitserinnerungen bis hin zu Verlusten und Affären handeln, sind anonymisiert.    

Die Liebe und die Angst vorm Tod

Eine der Lebens- und Liebesgeschichten aus dem Buch mit dem Titel „Nähe und Distanz” handelt von  einem 83-jährigen Mann, der aufgrund einer Krebserkrankung mit Metastasen in einem Berliner Hospiz liegt. In seinem Gespräch mit Co-Autorin Marija Barišić reflektiert er über seine turbulente Karriere als Dramaturgist und seine unsterbliche Liebe zu seiner Frau. „Auch heute kommt sie noch hoch, da kann man wachen was man will. Man kann maximal abwarten, dass man sie durch einen Zufall, eine schöne Begegnung oder einen guten Gedanken wieder vergisst”, erzählt er über die Angst vor dem Tod. „Bei mir ist das der Fall, wenn meine Frau da ist.”. Mit der Gewissheit, dass ihnen wahrscheinlich nicht mehr viel Zeit bleibt, verbringen sie ihre letzten Stunden damit, das Leben und ihre Liebe zueinander intensiv zu genießen. „Das ist oft schwierig, macht es aber nicht weniger schön”.

Die Liebe stärkt in den letzten Momenten der Sterbenden. Quelle: Pixabay
Vergebung

„Was am Ende bleibt” gibt allerdings nicht nur Geschichten über erfahrene Liebe wieder, sondern auch über die, die den Menschen vorenthalten wurde. „Als Kind habe ich die Liebe an ihrer Abwesenheit erkannt.” Die 73-jährige Johanna, die mit zwei Tumoren in einem Hospiz in Linz liegt, spricht in ihrem Interview über ihre Kindheit, die von körperlicher Misshandlung ihrer Eltern geprägt war. Darüber geredet hat sie nie mit jemanden. Erst als sie schon Jahre mit ihrem Ehemann zusammen war, hat sie sich ihm geöffnet. Ihre Eltern sind zum Ende ihres Lebens hin schwer krank geworden. Johanna pflegte sie bis zum Schluss, das hätte sie jedoch nicht für sie gemacht, sondern für ihr Gewissen. „Wenn ich an die Zeit zurückdenke, empfinde ich nicht mehr viel. Zornig zu sein, bringt mir nichts, es macht nichts ungeschehen von dem was mir angetan wurde. Es tut nur mir selbst weh, niemand anderem sonst.”

Trotz Misshandlungen pflegt Johanna ihre Eltern bis zum Schluss. Quelle: Pixabay
Von der FH zum Verlag

Während ihres Journalismus Studiums an der Fachhochschule der Wirtschaftskammer Wien konnten die beiden Autorinnen einen ihrer Lektoren von ihrem literarischen Talent überzeugen. Er leitete ihre Kontakte an einen Verleger weiter. „Die Entstehung war eher unromantisch”, sagt Marija Barišić über die Themenfindung des Werkes „der Verlag hat nach jungen AutorInnen gesucht, die das Thema umsetzen wollen. Man wird ja nicht jeden Tag gefragt, ob man ein Buch schreiben will. Also haben wir natürlich „ja” gesagt.” Lachend ergänzt sie, dass die  beiden FH-Absolventinnen das Thema selbstverständlich auch interessiert hat.

Die Autorinnen beim Signieren ihrer Bücher. Foto: Denise Samer

“Was am Ende bleibt – Geschichten über die Liebe”  ist aktuell in allen Thalia-Filialen, sowie per Bestellung im Thalia Online Shop  erhältlich.