Veganer Glitzer Zum Essen

„Space Burger“ ist der Newcomer der veganen Restaurantszene Wiens. Im Menü: bunte Buns und glitzernde Donuts. Der ökologische Vorteil von Veganismus birgt in der Massenherstellung jedoch Probleme.

Von pinken Burgern und blauen Hotdogs bis hin zu galaktisch glasierten Donuts – „Space Burger“ wirbt mit gesundem Junk-Food.  Die außergewöhnlichen Kreationen gibt ab 8. November im Lokal am Hohen Markt im ersten Wiener Bezirk zu kosten. Das gesamte Sortiment ist vegan und auf Wunsch auch glutenfrei.

Bei der Herstellung des Fast Voods (V für Vegan) achtet „Space Burger“ auf Umweltfreundlichkeit und Nachhaltigkeit. Ein fleischloser Burger verbraucht laut Website des Unternehmens 96% weniger Getreide, 85% weniger Wasser, 92% weniger Gas und daher insgesamt 93% weniger Anbaufläche. Die Zutaten sind regional, außerdem ist das Angebot halal und koscher. Zum Färben der bunten Brötchen werden natürliche Mittel verwendet: Kohle sorgt für schwarze, Spirulina für blaue und rote Rüben für pinke Buns. Auch gelbe (Kurkuma) und grüne (Matcha) Brötchen werden gebacken. Die Milchshakes werden mit Hafermilch zubereitet, außerdem gibt es Gin-Tonic „to go“.

Vegane Zukunft?

Den ökologischen Vorteil veganer Ernährung belegt ein offener Brief von 65 internationalen Forscher*innen in Zusammenarbeit mit „Greenpeace“. Sie riefen im Oktober zu einer Reduktion des Fleischkonsums auf. Denn Fleisch zieht laut ihren Erkenntnissen zehn- bis 100-fach höhere Treibhausgasemissionen nach sich als pflanzenbasiertes Essen.

In diese Kerbe schlägt „Space Burger“. Kenan „Kenny“ Koc, einer der Geschäftsführer von „Space Burger“ kennt die Szene bereits. An vier Standorten führen seine „Kenny’s“ Lokale vegane Poké Bowls, Wraps und Smoothies. „Es geht bei veganer Ernährung nicht um Verzicht, sondern um Gewinn“, stellt Koc klar. Jeder, der seine Ernährung auf Pflanzenkost umstelle, tue seinem Körper, den Tieren und der Umwelt gleichermaßen Gutes.

Der Konkurrenzkampf steigt

In den letzten Tagen war vor allem ein anderer Mitbewerber im Gespräch: Der Fleischersatzhersteller „Beyond Meat“. Im vergangenen Quartal schrieb das Unternehmen zum ersten Mal schwarze Zahlen, daran war maßgeblich die Zusammenarbeit mit „McDonald’s“ an einem Pilotprojekt in Kanada beteiligt. Trotzdem sanken die Aktien. Dieser Umstand wird der zunehmenden Konkurrenz innerhalb des Marktes zugeschrieben – denn auch „Nestle“ plant einzusteigen. Das Nachbauen von Fleisch im großen Stil birgt Stolpersteine: Der deutsche Öko-Test vergab die Note „Ausreichend“ an die Patties von „Beyond Meat“. Grund dafür war das erhöhte Vorkommen an Mineralölbestandteilen, genauer gesättigte Kohlenwasserstoffe, welche sich in der Leber und im Fettgewebe anlagern. Körperliche Auswirkungen sind noch nicht bekannt.

Sei es nun auf dem Weltmarkt oder in der lokalen Restaurantszene, der vegane Lebens- und Ernährungsstil ist präsent. Ob man nun gänzlich auf tierische Produkte verzichtet oder ein „Instagram“ Foto von einem bunten Burger machen möchte – „Space Burger“ bedient beide Wünsche.

Hier geht's zum Menü von "Space Burger"
Eröffnung: 8.11.2019 ab 11:00 Uhr                     Hoher Markt 8-9, 1010 Wien


Beitragsbild: © Space Burger, 2019