Auf die Kleider, fertig, los!

„Tauschrausch statt Kaufrausch“ hieß es am 15. Dezember bei der vorweihnachtlichen Kleidertauschparty der Umweltorganisation Global 2000. Hunderte Menschen pilgerten zu diesem Anlass am zweiten Dezembersonntag in die Gemäuer der im siebten Wiener Gemeindebezirk ansässigen NGO. Neben dem Tauschspaß gab es für die Besucher aber auch schockierende Fakten hinter den modischen Trends.

5,8 Millionen Tonnen Kleidung landen in Österreich jährlich im Müll – 40 Prozent der Kleidung im Schrank wird nicht getragen. Zu dieser erschreckenden Bilanz kommen  Cordula Farr und Miriam Hartmann, zwei Aktivistinnen der Umweltorganisation Global 2000 und entschlossen sich in der konsumgelenktesten Zeit des Jahres – Weihnachten – etwas dagegen zu tun.

Unter dem Motto „Tauschrausch statt Kaufrausch“ organisierten die beiden am 15. Dezember bereits zum dritten Mal eine Kleidertauschparty. „In dem Zeitalter, in dem wir jetzt sind, ist wichtig, sich klar zu werden, man kann Mode wiederverwenden und man kann sie tauschen. Ein T-Shirt hat mehrere Leben. So können wichtige Ressourcen und Rohstoffe gespart werden, die endlich sind auf unserer Welt“, erklären die beiden Umweltaktivistinnen.

Unter den Bergen an Kleidern verbarg sich auch das ein oder andere Schmuckstück. Copyright: Global 2000/Christopher Glanzl

Mit heißem Punsch, Weihnachtsmusik, jeder Menge guter Laune und Bergen an Kleidung geht die Veranstaltung an diesem Dezemberwochenende  über die Bühne. Und das Interesse ist groß. Rund 400 Besucher kommen an diesem Sonntag in das Wiener Hauptquartier der Umweltorganisation Global 2000. Dabei gibt es beim „Tauschrausch“ keine Limits. Jeder bringt und nimmt, was er will. Und auch wenn manche nur bringen, andere nur nehmen, es zeigt sich – das System funktioniert. Stücke, die an diesem Tag keinen neuen Besitzer finden, landen hier nicht in der Tonne, sondern bei der Volkshilfe Wien.

„Zurück zum Ursprung“

Neben dem Tauschspaß ist auch Aufklärung für die Organisatorinnen wichtig. „Etwa 60 Prozent der weltweit produzierten Kleidung besteht aus Kunststoff und bildet somit die größte Plastikquelle, die ins Meer gelangt“, verrät eine Folie der groß an die Wand projizierten Präsentation. „50 Kleidungsstücke werden pro Jahr und Person in Österreich gekauft. Fast die Hälfte der Kleidung wird sehr selten oder nie getragen“ eine andere. Für  Hartmann ganz klar ein Grund: „Zurück zum Ursprung. Zurück zum Tauschen ohne Geld.“

Motiviert und glücklich startet das Global 2000 Team in den Tauschrausch, Copyright: Global 2000/Christopher Glanzl

Bewusster leben

Neben den halbjährlichen Kleidertauschpartys organisieren die beiden Mitglieder des Team Aktiv bei Global 2000 aber noch viele andere Events wie Umweltworkshops am Christkindlmarkt oder an Schulen. Außerdem sind sie Teil der Fridays for Future Bewegung. Denn ein Problem aufzuzeigen ist für die Umweltaktivistinnen einfach nicht mehr genug: „Es ist wichtig, die Leute anzuregen mehr nachzudenken. Gerade in der heutigen, ständig konsumgelenkten Zeit sollte jeder einzelne versuchen bewusster zu leben und zu handeln.“

Weitere Informationen zu Initiativen der NGO Global 2000 unter: https://www.global2000.at/