Fasching? Nein, Vienna Comic Con!

Es ist wieder so weit: Die 5. Vienna Comic Convention steht vor der Tür! Das bedeutet ein Wochenende voll mit tollen Kostümen, Star-Schauspielern, Comic Zeichnern und viel Spaß – und das alles am Messegelände beim Wiener Prater. Wir waren bei der Eröffnung dabei und geben euch einen kleinen Einblick in diese ganz eigene Welt der Fantasie und Science-Fiction.

Von der weltgrößten Comic Convention in San Diego, die seit 1970 jährlich international Besucher anlockt und 2012 schon über 130.000 Besucher und Aussteller vorzuweisen hatte, hin zur Vienna Comic Convention in der Messe Wien, die letztes Jahr mehr als 26 tausend Besucher zählte. Immer häufiger findet man Comic Conventions in Veranstaltungskalendern. Bei diesen Events treffen sich Fans von Filmen, Serien, Büchern, Comics, Mangas und Animes und tauschen sich aus. Mitten drinnen? Eine Menge Cosplayer, die der gesamten Veranstaltung optisch den letzten Schliff verleihen.

Eine andere Welt

Sie spazieren mit teils selbst gebauten, teils gekauften Rüstungen und Kostümen durch die Gänge, führen vor, wie ihre Schwerter leuchten oder die selbst gebastelten, mechanischen Schwänze sich bewegen. Cosplayer sind wie andere Wesen. Fast nicht mehr menschlich, sondern ganz mit dem Charakter, den sie darstellen verschmolzen. Da wundert es einen nicht mehr, wenn die Mitmenschen in der U2 plötzlich leicht irritiert auf das auffällige Make-Up oder die überdimensionierten Schwerter starren. Nein, sie sind nicht am Weg zu einem Faschingsumzug, sie fahren zum Messegelände zur Vienna Comic Con.

Dort angekommen geht der Tumult erst richtig los. Die Eröffnung der Comic Convention wird zum 5. Mal traditionell von der 501st Legion Austrian Garrison durchgeführt: Eine große Gruppe von Cosplayern, die alle Star Wars-Charaktere darstellen und mit der Titelmusik der Filme durch die Hallen der Convention marschieren.

Kaum ist die Eröffnung vorbei, dürfen die Besucher die Hallen stürmen. Hier findet man von verschiedenen Merchandise-Artikeln, Comics und Schwertern bis hin zu Künstlern, die ihre Werke verkaufen, alles. Fast nebenbei kann man sich mit den verschiedenen Cosplayern unterhalten und sie ausfragen. Warum machen sie das eigentlich? Wie lang dauert es, so ein Kostüm herzustellen? Und wie geht das überhaupt?

Cosplay-was?

Seinen Ursprung fand Cosplay in Japan, durch Anime- und Manga-Fans. Nachdem die ersten Comic Conventions in den 70er Jahren in Amerika veranstaltet wurden, mit großer Unterstützung amerikanischer Anime-Produzenten, schaffte es der Trend in den 90er Jahren auch nach Europa. Wörtlich übersetzt bedeutet Cosplay „Kostüm Spiel“ (costume + play), was den Hintergrund dieses Hobbys von selbst erklärt:

Beim Cosplay stellt der Teilnehmer eine Figur aus einem Manga, Anime, Film, Videospiel oder anderen Medien durch ein Kostüm und Verhalten möglichst originalgetreu dar.“ – Wikipedia

Auf der Vienna Comic Convention finden sich einige beeindruckende Cosplays: Von Charakteren aus dem Computerspiel World of Warcraft bis hin zu eher simpleren Kostümen aus der Buch-/Filmreihe Harry Potter ist hier alles mögliche zu sehen. Und genau das ist auch der Vorteil an dieser Veranstaltung. Es wird nicht von einem erwartet, sich zu verkleiden, geschweige denn große Rüstungen zu bauen oder zu kaufen. Man kann als normal angezogener Besucher kommen und die Veranstaltung bestaunen, oder, wenn man doch von der Lust gepackt wird, sich ein Kostüm überlegen.

Auch als Student ist es machbar, günstig und schnell ein Kostüm zusammen zu stellen. Für ein „Low-Budget“ Harry Potter-Cosplay reichen zum Beispiel:

    • eine schwarze Hose
    • ein weißes Hemd
    • eine rot-goldene Krawatte
    • eine runde Brille
    • eine auf die Stirn aufgemalte Narbe in Blitzform
    • ein kurzer Stock in der richtigen Größe, der als Zauberstab dient.
Harry Potter and the Order of the Phoenix
(c) Imago / bento.de

Der Ort, an dem der Wiener auf seinen Grant vergisst

Auf der Vienna Comic Convention sieht man alle Besucher fröhlich und mit einem Lächeln im Gesicht, durch die Gänge streifen. Mal ein freudiger Aufschrei, wenn jemand seinen Lieblingscharakter als Cosplay entdeckt, mal ein konzentrierter Blick durch die Stapel an Comics bei einem der vielen Verkaufsstände. Hier geht es darum, den Alltag vor der Tür zu lassen.

Kaum verlässt man das Messegelände, wird man von der Realität schnell eingeholt. Da sind sie wieder, die grantigen Wiener, das regnerische November-Wetter und der Stress, die nächste U-Bahn zu erwischen. Zum Glück wird man im Vorbeigehen dann noch von den ein oder anderen verkleideten Menschen überrascht und fragt sich, welchen Charakter sie wohl darstellen – oder ob sie vielleicht doch nur zu einer Faschingsparty gehen.

Morgen habt ihr noch die Chance die Vienna Comic Con zu besuchen!

Tickets gibt es online oder vor Ort, mehr Informationen zu Anfahrt, Preisen und Programm findet ihr auf der Website: 
www.viecc.com