Stadthalle im Handball-Fieber

Vom 9. bis zum 26. Jänner findet in Österreich, Norwegen und Schweden die 14. Handball-Europameisterschaft der Herren statt. Die österreichische Nationalmannschaft startete am 10. Jänner in der Wiener Stadthalle mit dem Gruppenspiel gegen das tschechische Team ins Turnier. Vor etwas mehr als 7.000 Fans boten beide Mannschaften vor allem in der zweiten Halbzeit eine hochklassige Aufholjagd der Österreicher, die Lust auf mehr macht.

Zum ersten Mal wird eine Handball-EM in mehreren Ländern ausgetragen. Gespielt wird in Malmö, Göteborg, Stockholm, Trondheim, Graz und Wien. Ebenso neu ist die Anzahl der teilnehmenden Nationen, die von 16 auf 24 aufgestockt wurde. Die Stadthalle ist nach 2010 zum zweiten Mal Austragungsort einer Handball-EM.  Österreich konnte damals mit einigen starken Vorstellungen Platz 9 erobern. Mit dem erneuten Heimvorteil erhofft sich das ÖHB-Team dieses Jahr eine noch bessere Platzierung.

Teamchef Ales Pajovic versucht keine Nerven zu zeigen, Mandatory Credit © Uros Hocevar / kolektiff

 

Spielmodus

Die Länder sind in sechs Gruppen zu je vier Teams unterteilt. Innerhalb der Gruppe spielt jeder gegen jeden und die besten zwei steigen in die Hauptrunde auf. Die Aufsteiger der Gruppen A bis C spielen dann wiederum in einer Gruppe zwei Plätze fürs Halbfinale aus, genauso wie die Aufsteiger von E bis F. Alle Spiele der Österreich-Gruppe (Gruppe B) und die erste Hauptrunde werden in der Wiener Stadthalle ausgetragen, insgesamt 18 Partien. Die Ticketpreise reichen von 20 bis über 100 Euro.

 

Auftaktspiel begeistert Fans

Freitag, 18.05 Uhr. Die beiden Mannschaften laufen unter dem Applaus des Publikums in die Halle ein. Das Eröffnungsspiel der Österreicher bei der Handball-EM gegen Nachbar Tschechien ist mit ca. 7.000 Fans gut besucht, wenn auch nicht komplett ausverkauft. Die Anhänger_innen des tschechischen Teams sind in Unterzahl, geben aber zu Beginn den Ton an. Die Spieler beider Mannschaften werden vorgestellt. Der Rückraumspieler Janko Bozovic bestreitet sein 150. Länderspiel für Österreich und wird am Platz dafür ausgezeichnet. Nach den Nationalhymnen beginnt  Tschechien mit dem Anwurf. Die erste Halbzeit ist sehr ausgeglichen und Tschechien geht mit einer knappen Pausenführung in die zweite Halbzeit.

Fabian Posch gibt alles für das ÖHB-Team, Mandatory Credit © Jure Erzen / kolektiff

 

Allen voran der Kapitän der Österreicher Nikola Bilyk und Torwart Thomas Eichberger spielen nach dem Seitenwechsel auf sehr hohem Niveau. Österreich kann das Spiel schnell drehen und gibt die Führung bis zum Schluss nicht mehr her. Auch auf den Rängen waren die heimischen Fans in der zweiten Hälfte den tschechischen überlegen. Die Menschen in der Halle jubeln ausgiebig nach jeder guten Aktion der österreichischen Mannschaft. „Unglaubliches Spiel. Unglaubliche Stimmung. Das ist Werbung für den Handballsport. Lasst euch das nicht entgehen“, sagt ein Fan nach dem Abpfiff.

Nikola Bilyk schreit sich die Anspannung nach der Aufholjagd von der Seele, Mandatory Credit © Uros Hocevar / kolektiff

 

Werbung für den Sport

Handball in Österreich populärer zu machen ist auch das Ziel von Gerhard Hofbauer, Präsident des Österreichischen Handballbundes (ÖHB): „Für den ÖHB stellt die Heim-Europameisterschaft bedeutende Herausforderungen auf zwei Ebenen dar: Auf der einen Seite möchten wir das Land natürlich durch sportliche Erfolge in den Fokus rücken und möglichst viele Kinder und Jugendliche für den Sport begeistern. Auf der anderen Seite tragen wir als Veranstalter eine besondere Verantwortung. […] Unsere Aufgabe ist es daher, Österreich als Gastgeberland bestmöglich zu repräsentieren.“

 

Thomas Eichberger ist bereit für die nächsten Gegner, Mandatory Credit © Uros Hocevar / kolektiff

 

Unter anderem soll das auch mit Hilfe des Brauhofs Wien auf der Mariahilfer Straße gelingen, das offizielle Österreich-Haus während der EM. Vor jedem Match der Nationalmannschaft gibt es dort ein Get-together und einen gemeinsamen Fan-Marsch zur Stadthalle. Zusätzlich gibt es an den Spieltagen auch immer eine Afterparty im Brauhof. Weiters bietet die Admiral Arena beim Wiener Prater ein Public Viewing an. Die Rahmenbedingungen für ein erfolgreiches Event sind geschaffen. Jetzt muss das Nationalteam den Heimvorteil noch nutzen. Die Partie am Freitag war ein gelungener Start und gute Werbung für den Handball, der in Österreich (noch) eine Randsportart ist.

 

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