Essen für die Umwelt

BesucherInnen des Films „Anders Essen – Das Experiment“ wurde bei der Premiere am 19. Jänner 2020 im Votivkino gezeigt, welche negativen Auswirkungen eine „normale“ Ernährung auf die Umwelt hat und wie einfach eine umweltbewusstere Ernährung ist. Der österreichische Journalist und Regisseur des Films Kurt Langbein ist von den positiven Reaktionen angenehm überrascht.

Der kleine Kinosaal im Votivkino der Währingerstraße 12 im 9. Wiener Gemeindebezirk füllt sich am 19. Jänner 2020 um 16:30 Uhr. Mit Staunen und teils auch Verwunderung der BesucherInnen von jung bis alt wird der Film „Anders Essen – Das Experiment“ aufmerksam verfolgt und währenddessen mit vielen „Waaas?“ oder „Ahaaa“’s kommentiert. Bei den BesucherInnen regt der der Film teils zum Überdenken des Ess- und Einkaufsverhaltens an.

Veränderung durch eine umweltfreundliche Lebensweise

Wissenschaftlern ist es gelungen für Österreich den Flächenbetrag auszurechnen, der für unsere Ernährung tatsächlich benötigt wird. Jede/r ÖsterreicherIn braucht ein Feld in der Größe von 4.400m2. Zwei Drittel davon werden alleine für die Tierfütterung verbraucht. Eigentlich würde einem Menschen weltweit nur 2.200m2 Fläche zur Verfügung stehen. Deshalb heißt es im Film, würde jeder mit dem österreichischen Verbrauch leben, bräuchten wir eine zweite Erde.

Den größten Anteil der Fläche benötigen wir für Futtermittel für den Fleisch- und Milchproduktekonsum, der Großteil davon liegt noch dazu im Ausland. © L&P

Um dies anschaulich zu gestalten, wird im Film ein Acker mit Getreide, Gemüse, Früchten, Ölsaaten und Gräsern bepflanzt, die pro Person auf unseren Tellern landen und die die Industrie davon zu Futtermittel für Tiere verarbeitet. Um diesen Verbrauch zu minimieren, braucht es überraschenderweise gar nicht viel Aufwand.

Der Versuch

Drei Familien starten einen Selbstversuch und wollen ihren Flächenverbrauch reduzieren. Sie wollen nachhaltiger essen, darum achten sie darauf, Produkte von ProduzentInnen in der Nähe zu kaufen, weniger Fleisch zu sich zu nehmen und auf Palmöl in den Lebensmitteln zu verzichten. „Glaubst, dass das so viel ausmacht?“, flüstert ein Besucher des Films zu seiner Begleitung.

Das Ergebnis des Experiments: Die Familien haben durch den neuen und vor allem umweltfreundlicheren Lebensstil den Flächenverbrauch wesentlich minimiert. Sie sind selbst überrascht und werden versuchen, weiterhin umweltfreundlicher zu leben. Die Begleiterin des Besuchers flüstert zu ihm nach der Ergebnispräsentation im Film: „Na siehst, dass werd‘ ma jetzt auch amal ausprobieren und schauen, ob’s net zu teuer wird.“

Eine der drei Familien hat ihren Flächenverbrauch von 4.400 Quadratmeter auf 2.700 reduziert. © L&P

Der Film hat nicht nur einige BesucherInnen dazu motiviert umweltfreundlicher zu leben. Auch der Regisseur Kurt Langbein hat „durch die Beschäftigung mit dem Film wieder Impulse bekommen, nur noch regional, saisonal und BIO einzukaufen. Immer geht sich das allerdings nicht aus.“ Dass ein regionaler Einkauf und eine umweltfreundlichere Ernährung kein so großer Aufwand sei, lässt einige BesucherInnen des Films zweifeln. Ein 23-jähriger Besucher erzählt nach dem Film:

„Für mich war der Film schon interessant und alles, aber es ist für mich wahrscheinlich zu teuer, dass ich nur mehr regional einkaufe. Vielleicht probier‘ ich’s aber trotzdem.“

Eine 35-Jährige Besucherin meint, für sie sei der Fleischkonsum kein Problem, da sie schon bisher darauf achte, wenig davon zu sich zu nehmen. Trotz all dem wurde ihr durch den Film bewusst, wie viel man mit relativ wenig Aufwand erreichen kann und wird jetzt auch ein persönliches Experiment starten.

Auch negative Reaktionen zum Film

Der Regisseur Kurt Langbein ist angenehm überrascht, wie positiv die Reaktionen zum Film ausfallen. „Es gab aber einige Landwirte, die meinten, dass wir tierische Produkte zu negativ darstellen.“ Langbein rechtfertigt sich jedoch damit,  dass „im Film allerdings auch die Unterschiede zwischen industrieller Produktion von Fleisch und nachhaltiger Landwirtschaft sehr deutlich“ gezeigt werden.

Tierische Produkte schneiden am schlechtesten ab, wenn man die Zahlen der CO2-Last betrachtet. © L&P

Im Film „Anders Essen – Das Experiment“ werden einfache Wege umweltfreundlicher zu leben gezeigt und wie man als Privatperson das Feld des Verbrauchs reduzieren kann und regt zum Nachdenken an. Trotz gespaltener Meinungen zum Thema Fleischkonsum und tierischen Produkten überwiegen die positiven Reaktionen von BesucherInnen des Films. Vielleicht wird der ein oder andere davon ja den nächsten Einkauf umweltfreundlicher gestalten und den Fleischkonsum einschränken.

 

Filmtrailer:

 

Kommende Filmtermine:

29. Jänner 2020, 14:00 Uhr, Village Cinema Wien, Mitte Wien

27. Februar 2020, 19:00 Uhr, Schubertkino-Cafe-Lounge, Graz, Steiermark

Ansonsten wird der Film ab 27. Februar 2020 bis 19. März 2020 in deutschen Kinos gespielt.