Mit den Öffis um die Welt

Am 25. Jänner hat der Wiener Linien Tag im Weltmuseum Wien stattgefunden. Das Besondere daran: Mit der Jahreskarte der Wiener Linien konnten Besucher_innen die diversen Ausstellungen bei freiem Eintritt besuchen. Das Weltmuseum hat einige beeindruckende Sammlungen zu bieten, dabei war das Highlight aber nicht mehr als ein paar bedruckte A5 Kartons.

Auch dieses Jahr ist es wieder möglich mit der Wiener Linien Jahreskarte an einem bestimmten Tag im Jahr ein bestimmtes Museum kostenlos zu besuchen. Den Anfang machte 2020 das Weltmuseum Wien am Heldenplatz. Am Samstag, den 25. Jänner, durften alle Besitzer_innen der Jahreskarte ohne zu zahlen ein- und ausspazieren. Zusätzlich wurden über den Tag verteilt vier kostenlose Führungen und eine Kinderführung angeboten. Diese besondere Kooperation dürfte sich für Museum und Wiener Linien ausgezahlt haben. „Normalerweise haben wir an einem Samstag nur ein Viertel der Leute, die jetzt da sind. Wenn Sie zeitlich flexibel sind kommen Sie einmal unter der Woche. Da haben Sie dann genug Ruhe und Platz“, schmunzelt ein Mitarbeiter des Hauses. Dass der freie Eintritt ausschließlich für Inhaber_innen einer Jahreskarte gilt und nicht etwa beim Besitz eines Top-Jugendticket oder Semestertickets, ist jedoch ausbaufähig und wenig nachvollziehbar.

Altmexikanischer Federkopfschmuck „Penacho“ – ein Aushängeschild des Weltmuseums; © KHM-Museumsverband

 

Das Weltmuseum ist ein ethnographisches Museum. Die Sammlungen umfassen 140 000 Fotografien, 146 000 Druckwerke und 250 000 ethnographische Objekte und geben damit einen Einblick in die Kulturen und Geschichten außerhalb Europas. Im Erdgeschoss finden sich die Sonderausstellungen „The Majlis – Cultures in Dialogue“ (bis 21.4.) und der „Korridor des Staunens“. Beim ersten handelt es sich um eine Wanderausstellung des Sheikh Faisal Bin Qassim Al-Thani Museums in Doha. Der Majlis als „Ort zum Sitzen“ ist ein wichtiger sozialer Platz in der arabischen Zivilisation. Im Weltmuseum ist er als Ort zum Lesen, Spielen oder Bilder malen gestaltet, umgeben von arabischen Kulturobjekten. Der „Korridor des Staunens“ ist als zusätzliches Depot eröffnet worden, um weitere Ausstellungsstücke zu präsentieren. Alles in allem kann das Weltmuseum nur 1.5 Prozent von dem ausstellen, was es verwahrt. Im Mezzanin befinden sich noch drei weitere kleine Sonderausstellungen und die 14 Schausammlungen. Von Brasilien bis Äthiopien, von Japan bis Indonesien, vom Himalaya und dem Orient nach Mesoamerika und China. Die Sammlungen decken die Geschichten vieler Völker dieser Erde ab und die Sinneseindrücke unterscheiden sich teils stark von Raum zu Raum. Dieses große Spektrum an Kulturobjekten zeichnet das Weltmuseum aus.

Der Majlis – ein Ort des sozialen Miteinanders; © KHM-Museumsverband

 

Doch kleine Kunstprojekte oder gelungene Ideen stechen hier besonders hervor. In der Sammlung „Welt in Bewegung“ wurde ein Whiteboard ausgestellt, auf dem die Besucher_innen schreiben sollten, was es braucht damit sie sie sich zu Hause fühlen. „Schwarzbrot“, „Chips“, „Pferde“, „schnelles Internet“ sowie „Bett + Klo“ waren unter den Antworten. Ein anderes Kunstprojekt drehte sich um die „Zehn wichtigsten Ereignisse meines Lebens“. Initiiert von Mats Staub, zeigen verschiedene A5 Kartonseiten diese Ereignisse von verschiedenen Personen chronologisch geordnet. Ein äußerst emotionales und faszinierendes Erlebnis die Lebensgeschichten dieser Menschen auf diese intime Art und Weise mitzuerleben. Im ersten Stock befinden sich dann noch die „Hofjagd und Rüstkammer“ und die „Sammlung alter Musikinstrumente“. Beides Ausstellungen, welche streng genommen zum Kunsthistorischen Museum dazugehören. Trotz des großen Andrangs konnte man sich relativ ungestört durch die Räumlichkeiten bewegen und in Ruhe die Museumsstücke betrachten. Weiter geht es mit den Wiener Linien Tagen am 8. März  im Prunksaal der Nationalbibliothek.

Die Sammlung „Welt in Bewegung“; © KHM-Museumsverband

 

Alle weiteren Termine: wienerlinien.at

Weltmuseum Wien: weltmuseumwien.at

Titelbild © KHM-Museumsverband