Revolution der Mobilität

Von 16. bis 19. Jänner fand in den Wiener Messehallen die „Vienna Autoshow“ statt. Die Veranstalter betiteln sie als die größte Automobilausstellung Österreichs. Mehr als 25 Automarken präsentierten ihre Highlights aus dem eigenen Portfolio. Der Besucherandrang war groß. Auch, wenn wegen der Klimadebatte jedes einzelne Neuwagenmodell auf dem Prüfstand steht.

Klimaschutz mit Schattenseiten

95 Gramm CO2 pro Kilometer. Soviel darf ab 2021 jeder neu zugelassene PKW in die Atmosphäre ausstoßen. Das hat das EU-Parlament gegen Ende des letzten Jahres beschlossen.  Das ist nicht besonders viel, wenn man sich die aktuell gängigen PKW-Modelle auf den Straßen ansieht. Ein 2er BMW beispielsweise stoßt im Durchschnitt 140g CO2 aus, ein Volkswagen Golf der neuesten Generation 118 Gramm.

immer mehr Automarken bestehen auf ein grünes Erscheinungsbild © Tarek Adamski

Da ist laut Klimaschützern noch freilich Luft nach unten. Trotzdem waren die Ausstellungen der klimaschützenden Kleinwagen genauso frequentiert besucht, wie der Messestand von „Land Rover“. Dass bei großen Menschenmassen ein Umdenken zu klimaschützenden Fahrzeugen stattfindet, ist – zumindest bei der Vienna Autoshow – nicht zu erkennen.

„Geländewagen und SUVs gehen so gut wie nie“, erklärt Matthias C., Fahrsicherheitsmitarbeiter des ÖAMTC. Selbst der Automobilclub setzt bei der Präsentation des eigenen Angebots auf Geländewagen. „Die Menschen können sich mit SUVs mehr identifizieren, das tut auch unserer Markenpflege gut“, so Matthias.

Die Zukunft ist Elektro

Ein immer größer werdendes Segment ist die Sparte der Elektrofahrzeuge. Natürlich stoßen die Modelle ohne CO2-Ausstoß auf große Beliebtheit. Allerdings vergessen Endkonsument*innen, dass zur Herstellung der hochkomplexen Batterien sehr seltene Rohstoffe aus Drittländern unter schweren Bedingungen hergestellt werden. Im schlimmsten Fall ist es Konsument*innen nicht einmal bewusst. Und so werden Elektroautos als die Revolution der Mobilität abgefeiert. Weiters haben bereits zahlreiche Wissenschafter bestätigt, dass die aktuell bestehende Energie-Infrastruktur kaum ausreicht, um so viele Elektroautos mit Strom zu versorgen.

Gratis Öffikarte beim Autokauf

Immer mehr Automarken wollen ihrem Produktportfolio einen „grünen Anstrich“ verpassen. Kauft man beispielsweise bestimmte Modelle von „Seat“, so ist bei Vertragsabschluss eine Jahreskarte für das gesamte Bahnnetz der ÖBB inbegriffen. Die Kooperation zwischen „Seat“ und den ÖBB scheint für viele Messebesucher*innen interessant zu sein, die Prospekte des Angebots waren schnell vergriffen.

Durch eine Kooperation mit den ÖBB gibt es bei einigen Modellen eine kostenlose ÖSTERREICH-Card © Tarek Adamski

Die „Vienna Autoshow“ ist zusammen mit der „Ferienmesse“ die besucherstärkste Veranstaltung des Wiener Messekalenders. Dieses Jahr haben mehr als 150.000 Menschen – das entspricht der Bevölkerung von Salzburg – die Ticketschalter passiert. Die Veranstalter freuen sich vor allem über den Anstieg von Besucher*innen aus dem Ausland. Seit Beginn der Veranstaltung im Jahr 2004 ist die Anzahl von Touristen aus dem umliegenden Ausland um knapp 30 Prozent gestiegen. Die nächste „Vienna Autoshow“ findet im Frühjahr 2021 in der Messe Wien statt.

Die meisten Besucher strömten am Sonntag durch die Eingänge © Tarek Adamski