GewinnerInnen Österreichischer Filmpreis 2020

Der Österreichische Filmpreis 2020

Zwischen Golden Globes und Oscarverleihung könnte der heimische Film leicht aus dem Fokus geraten – wäre da nicht der Österreichische Filmpreis, den die Akademie des Österreichischen Films vergangenen Donnerstag zum zehnten Mal verliehen hat. Den Preis für den besten Spielfilm gewann „Joy“.

Der große Gewinner des Abends heißt bei der zehnten Ausgabe des Österreichischen Filmpreises „Joy“. Subadeh Mortezai gewann für ihren Film den Preis für den besten Spielfilm, die beste Regie sowie für das beste Drehbuch. Die Hauptdarstellerin Joy Alphonsus gewann für ihre Darstellung einer nigerianischen Prostituierten den Preis für die beste weibliche Hauptrolle. Daneben wurden auch Filme wie Jessica Hausners „Little Joe“, Marie Kreutzers „Der Boden unter den Füßen“ und Gregor Schmidingers Langspielfilmdebüt „Nevrland“ Donnerstag Abend in Grafenegg ausgezeichnet.

Prophet im eigenen Land

Der österreichische Film hat schon lange damit zu kämpfen, dass er in seiner Heimat meist unterbelichtet bleibt: Sowohl in der öffentlichen Wahrnehmung, als auch an den heimischen Kinokassen erfährt er nicht die Wertschätzung, die ihm international zu Teil wird. Bestes Beispiel dafür ist der diesjährige Gewinner des österreichischen Filmpreises: „Joy“ gewann Preise in Venedig, Chicago und London, wurde von Netflix gekauft und der internationalen Presse (vom Guardian bis zur New York Times) in höchsten Tönen gelobt. An den österreichischen Kinokassen ist dieser Erfolg jedoch nicht zu erkennen. Knapp unter 10.000 Besucher verzeichnete „Joy“ 2019. Das macht nicht einmal ein Promille an der Gesamtsumme der Kinobesucherzahlen für dasselbe Jahr in Österreich aus.

Österreichischer Filmpreis als wichtiges Zeichen für den Heimischen Film

Vor diesem Hintergrund spielt der Österreichische Filmpreis eine wichtige Rolle um mehr Aufmerksamkeit vom heimischen Publikum zu bekommen. Stefan Ruzowitzky, Präsident der Akademie des Österreichischen Filmes, Regisseur und Oscarpreisträger meint dazu: „Unser Ziel muss sein, ‚österreichischen Film‘ als positiv besetzte Marke in den Köpfen der Menschen zu verankern. Das heimische Publikum muss verstehen, daß nur österreichischen Filme ihre ureigenste Lebensrealität darstellen und daher einen Startvorteil haben sollten.“ Ursula Strauss, ebenfalls Präsidentin der Akademie, betont zudem wie wichtig der Österreichische Filmpreis als Zeichen der Wertschätzung für die Filmschaffenden selbst ist: „Ich finde es einfach schön und wichtig, dass man einmal im Jahr die Branche feiern kann.“

Von der großen Leinwand zum kleinen Bildschirm

Auch wenn die Besucherzahlen in den Kinos in den letzten Jahren stark rückläufig sind, werden immer mehr Filme geschaut. Branchenintern ist mitunter von einem goldenen Zeitalter für Filmproduzenten die Rede. Produziert wird jedoch weniger für die große Leinwand, sondern vor allem für die großen Streamingdienste wie Netflix und co. Wer österreichische Filme streamen möchte, wird auf heimischen Plattformen wie flimmit oder KINO VOD CLUB fündig. Auch die ORF-TVthek bietet aus aktuellem Anlass einiges zum österreichischen Film.


INFOBOX:

Der Österreichische Filmpreis 2020

Alle Preisträger im Überblick

Österreichische Filme im Netz:

ORF – Themenschwerpunkt zum 10. Österreichischen Filmpreis

FLIMMIT.AT – Kollektion zu Ehren des Österreichischen Filmpreises

KINO VOD CLUB