Freier Eintritt bei Programmkinos

Freien Eintritt in ausgewählten Kinos bietet „die Nacht der Programmkinos“ auch heuer wieder. Die Veranstalter*innen wollen außerdem auf zu geringe Förderungen aufmerksam machen. Mit dabei sind sechs Kinos aus Wien.

Mit Premieren, Previews, Filmklassikern, Kurzfilmen und auch Diskussionen, werden die Programmkinos am 24. Jänner eine Nacht lang gefeiert. Thema ist, laut den Veranstalter*innen der IG Programmkinos, die Vielfältigkeit der Programmkinolandschaft. Das heißt, die Schwerpunkte werden auch dieses Jahr wieder von jedem Kino selbst gesetzt. Vorgaben gibt es keine. In Wien mit dabei sind das Votivkino, De France, Gartenbaukino, Filmcasino, Filmhaus und das Stadtkino

Österreichisches und internationales Star-Kino

Im Votivkino setzt man auf zwei neue österreichische Filme. Zum einen auf die Dokumentation „But Beautiful“ in der sich Regisseur Erich Wagenhofer auf die Suche nach dem Schönen und dem Guten auf der Welt begibt. Zum anderen auf „Glück gehabt“ mit Philipp Hochmair in der Hauptrolle. Ein Film, der als Dreieckskomödie beginnt, sich dann aber zu einem schwarzhumorigen Psychothriller steigert.

© Prisma Film, Philipp Hochmair in „Glück gehabt“

Das Gartenbaukino zeigt „The Tree of Life“, mit Brad Pitt, Jessica Chestain und Sean Penn in den Hauptrollen. Das bildgewaltige Drama brachte dem US-Kultregisseur Terrence Malick 2011 eine Goldene Palme in Cannes ein. Auch im Filmcasino bleibt man international. Zu sehen gibt es den Western „The Sisters Brothers“ vom französischen Regisseur Jacques Audiard. Für seinen ungewöhnlichen Western, über die Zwänge nach Gewalt in einer Männergesellschaft, hat er 2008 den silbernen Löwen in Venedig bekommen.

Steigende Kosten bei stagnierenden Förderungen 

Die Veranstalter*innen nützen allerdings auch die Gelegenheit, um auf ein für sie existenzielles Problem hinzuweisen: Sie klagen über stagnierende Förderung bei steigenden Kosten. Laut den Kinobetreiber*innen stagnieren die Förderungen seit Jahren bei maximal 35.000 Euro pro Standort.

Durch die Erhöhung der Mehrwertsteuer auf Tickets von zehn auf 13 Prozent, sei der Erlösanteil der Kinos aber stark gesunken. Auch die übliche Jahresinflation zwischen ein und zwei Prozent und steigende Energiekosten hätten zu erhöhten Ausgaben geführt, sagt der Betreiber des Votivkinos, Michael Stejskal. In einer Aussendung der IG Programmkinos heißt es etwa:

„In einer Zeit, in der die privaten Fernsehsender mancher Boulevardblätter mit Millionenbeträgen gefördert werden, beträgt die maximale Jahresförderung des Bundes pro Standort 35.000 EUR. Damit werden wir in einer Medienlandschaft, die in allen ihren Bereichen ohne Förderung nicht denkbar ist, zu Almosenempfängern herabgestuft und in unserer Innovationskraft behindert.“

Wünschenswert wären laut Michael Stejskal 50.000 Euro Förderung pro Standort. Das wäre aber nur ein erster Schritt, denn damit könne man zwar die Inflation ausgleichen, die zusätzlichen Kosten wären aber noch nicht berücksichtigt.

Laut dem Transparenzportal des Finanzamts wurden letztes Jahr in Österreich tatsächlich insgesamt 419.000 Euro an Fördermitteln vom Bund ausgezahlt. Das macht in Österreich in etwa 27.000 Euro pro Standort. Die tatsächliche Höhe der Förderung ist aber vom jeweiligen Standort abhängig. Im Jahr 2018 wurden sogar nur halb so viele Fördergelder ausgeschüttet.

Auch nächstes Jahr wieder

Trotzdem soll es die Nacht der Programmkinos auch nächstes Jahr wieder geben. Dafür ist zwar noch ein gemeinsamer Beschluss der Veranstalter*innen nötig, Michael Stejskal geht aber davon aus, dass dieser positiv ausgehen wird. Somit könnte die Nacht der Programmkinos 2021 ihr zehnjähriges Jubiläum feiern.