Red Bull Symphonics: Musik ohne Grenzen

Ein DJ-Duo, ein Dirigent und ein Orchester: Bei „Red Bull Symphonics: Drum’n’Bass trifft Klassik“ trafen im Wiener Konzerthaus zwei auf den ersten Blick komplett unterschiedliche Welten aufeinander. Das Drum’n’Bass-Duo Camo & Krooked versuchte sich gemeinsam mit dem Dirigenten Christian Kolonovits an einem neuen Zugang zur Musik.

Vor einem von bunten Visuals beleuchteten Orchester tanzen die ZuschauerInnen ausgelassen, klatschen und jubeln immer wieder gen Bühne. Hinter ihnen nur leere Stühle. Ein Anblick, den man im Wiener Konzerthaus vermutlich nur selten zu Augen bekommt. Am ersten und zweiten Februar sorgten das österreichische Drum’n’Bass-Duo Camo & Krooked zusammen mit dem Dirigenten Christian Kolonovits und dem Max Steiner Orchester jedoch für viel Euphorie in den Hallen des Konzerthauses. Das Duo komponierte und interpretierte zusammen mit Kolonovits insgesamt 21 ihrer Songs neu. Mit der Verschmelzung von satten Elektro-Beats und symphonischen Orchester-Klängen brachten die KünstlerInnen zwei Musikrichtungen zusammen, die normalerweise nur wenig in Berührung miteinander geraten: Klassik und Drum’n’Bass.

Mehrere Monate arbeiteten die KünstlerInnen an dem innovativen Arrangement. ©Patricia Bartos

„Es war Magie“

Der in der österreichischen Musikszene bekannte Christian Kolonovits arbeitete bereits mit Künstlern wie Georg Danzer, Ludwig Hirsch und Wolfgang Ambros zusammen. Die Kooperation mit Camo & Krooked startete vor einigen Monaten. Das DJ-Duo Reinhard Rietsch und Markus Wagner (Camo & Krooked) produziert seit 2007 zusammen Musik. Durch die Vermischung verschiedener Genre elektronischer Musik wie House, Dubstep oder Elektro kreierten sie ihren eigenen Stil und wurden so auch über die Grenzen des Drum’n’Bass hinaus international bekannt.

Im Wiener Konzerthaus fand schließlich die Klassik Einzug in das musikalische Repertoire. Bereits bei dem basslastigen Intro des Songs „Ember“ wurde den MusikerInnen viel Jubel entgegengebracht. Die Konzerte waren mit ca. 3000 Personen an beiden Abenden restlos ausverkauft. Mit „If I Could„, „Witchdoctor“ oder „Loving You Is Easy“ performten Camo & Krooked gemeinsam mit dem Orchester viele ihrer bekanntesten Lieder.  Bei „Passion“ sang Markus Wagner alias Krooked die Gesangsteile live, für „Black or White“ holten die Musiker die südafrikanische Singer-Songwriterin Tasha Baxter auf die Bühne. Die bis ins kleinste Detail durchdachte Show zeigte sich in soundgewaltigen Klängen ergänzt durch aufwändig aufbereitete Visuals. Für das bunt durchmischte Publikum ein einzigartiges Erlebnis: „Ich bin überwältigt, was Musik alles kann. Es war tatsächlich Magie“, betonte eine Besucherin.

Das Konzerthaus in Wien war an beiden Tagen ausverkauft.

Neue Zugänge zur Musik

Doch wie finden klassische Musik und Drum’n’Bass zueinander? Wie Christian Kolonovits in einem Interview mit Red Bull erklärte, erstellte er in stetiger Zusammenarbeit mit Camo & Krooked Skizzen und Orchesterpattern zu den einzelnen Tracks. Ein zirkulärer Prozess, der erst mit voller Perfektion und Zufriedenheit beider Parteien endet. Ziel war es, diejenigen musikalischen Parallelen zu finden, die schließlich ein stimmiges Gesamtkonzept ergeben. „Wenn man schnell hinsieht, gibt es kaum Anknüpfungspunkte. Erst wenn du genau hinsiehst und ins Detail gehst, siehst du die Parallelen“, betonte Kolonovits gegenüber Red Bull.

Insbesondere für das Max Steiner Orchester stellte das Konzert eine neue Herausforderung dar. Camo & Krooked spielen an manchen Stellen mit einem Tempo von rund 175 bpm (beats per minute). Zum Vergleich: HipHop hat im Durchschnitt Tempi zwischen 70 und 120 bpm. Dennoch entstand für die ZuschauerInnen und KünstlerInnen an den beiden Abenden ein neuer Zugang zu den breiten Möglichkeiten verschiedenster Musikrichtungen. An gewohnte Strukturen halten könne man sich bei solch einer Komposition eben nicht, wie Markus Wagner betont. „Man braucht das Chaos, um etwas Neues und Einzigartiges entstehen lassen zu können.“

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Gepostet von Camo & Krooked am Donnerstag, 23. Januar 2020

Camo & Krooked gemeinsam mit dem Dirigenten Christian Kolonovits.


Am 28. Februar erscheint eine Dokumentation über das Konzert bei Red Bull TV. Bei FM4 kann das Konzert bis zum 08.02.2020 nachgehört werden.