Wiener Melange und arabische Baklava

Café Hana: Hana ist arabisch und bedeutet Glückseligkeit und Freude. Dafür sollen die angebotenen Speisen auch sorgen. Im August 2019 hat das Café Hana im zehnten Gemeindebezirk am Viktor-Adlermarkt eröffnet, mit dem Ziel eine Brücke zwischen verschiedenen Kulturen zu bauen und die Wiener Kaffeehaustradition mit arabischem Arabeske zu verbinden.Im arabischen Raum sagt man vor dem Essen „Alf Hana“ und meint damit guten Appetit. Neben Süßspeisen wie Baklava und Kunafah kann in einer ruhigen Atmosphäre und moderner, orientalischer Einrichtung auch eine Wiener Melange oder Tiramisu genossen werden.

Der zehnte Bezirk fungiert als Schmelztiegel verschiedener Nationalitäten und eignet sich daher als perfekter Standort, sagt K. Abed, Mitarbeiter im Hana. Die Idee hinter diesem Familienbetrieb liegt in den Kindheitserinnerungen der jungen Betreiber H. Imara (studierter Unternehmensführer) und K. Abed (Tourismusmanager): „Wir bieten hier unter anderem unsere Lieblingsspeisen aus der Kindheit an wie Kunafah und Basbusa. Sachen, die unsere Mütter früher gebacken haben.“, erwähnt Abed. „Die Liebe, die Qualität und das Auge fürs Detail. Wir machen keine Massenanfertigung. Alles wird selbst nach dem eigenen Rezept produziert, darauf achten wir bei unserer Arbeit sehr.“, fügt er noch hinzu.

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Süßes für alle

Mit dem zunehmenden Bewusstsein zu gesunder Ernährung und der geringen Auswahl an Süßwaren für DiabetikerInnen und laktoseintoleranten Kunden und Kundinnen hat das Hana Team das Sortiment auch mit gluten-, zucker-, laktosefreien und veganen Produkten erweitert. Für arabische und türkische Spezialitäten ist dies nicht üblich, denn eigentlich ist in den einen viel Butter und Sahne und in den anderen viel Zucker enthalten. „Meine Mama ist Diabetikerin und kann sich nicht zusammenreißen bei Süßzeug. Jetzt nehme ich ihr jedes Mal, wenn ich hier bin, mit gutem Gewissen etwas mit.“, erzählt eine Kundin.

Sowohl Tortenschnitten, als auch Kuchen mit geringem Zuckergehalt werden im Hana angeboten. Auf diesem Bild ist eine Kokosschnitte und der sogenannte „nasse Schokokuchen“ zu sehen ©Yasmin Ahmed

Chiller-freundliches Lokal

Am Vormittag sind überwiegend ältere Personen aufzufinden, die neben ihrem Kaffee Zeitung lesen oder sich ein Buch aus der im Lokal vorhandenen Büchersammlung für den Aufenthalt ausleihen. Aber auch zahlreiche SchülerInnen und StudentInnen zieht es in die Räumlichkeiten des Hanas. Die Musik ist in einer angenehmen und passenden Lautstärke gewählt, sodass man lernen, lesen oder sich einfach nur in einer ruhigen Stimmlage unterhalten bzw. chillen kann, meint eine Studentin.

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Abed betont: „Wir sind hier eine Art kleine Ruhe-Oase im zehnten Bezirk. Es ist uns wichtig, dass der Kunde sich hinsetzt und genießt. Die meisten Leute, die zu uns kommen, fühlen sich hier wie zu Hause.“ Neben W-lan und (Mal-)Büchern sind auch Gemeinschaftsspiele vorhanden. Nach dem Prinzip der Cafés in Ägypten kommen auch hier Leute zusammen und spielen gemeinsam Tawla (Dame), Domino, Schach oder Karten. Hierbei ist es irrelevant, ob sich die Spieler kennen oder nicht. Hauptsache ist, man hat Spaß und kann sich entspannen, erklärt der Tourismusmanager.

Zur Unterhaltung werden Gemeinschaftsspiele und Malbücher den Kunden zur Verfügung gestellt. ©Yasmin Ahmed