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LOBU: Bücher liefern per Kurier

Drei Schüler wollen den österreichischen Buchmarkt vor der Zerstörung durch  Großkonzerne wie Amazon & Co. retten. Deshalb liefern Sie die Bücher selbst – mit dem Fahrrad.

LOBU, was als Abkürzung für Lokale Buchhandlung steht, ist ein ambitioniertes Projekt, das drei Schüler in Wien gestartet haben. Über ihre Website können Kunden Bücher aus ihrer lokalen Buchhandlung liefern lassen. Noch am selben Tag. „Es scheint, als hätten die Leute auf eine lokale Alternative zu Amazon gewartet,“ sagten die Gründer Moritz Stephan (16) und Konstantin Klinger der Wiener Bezirkszeitung. Buchliebhaber, Geschäfte und Kunden  reagierten mit Begeisterung.

Bücher vor Ort abholen

Wieso muss ein Buch den weiten Weg von Düsseldorf nach Wien zurücklegen, obwohl es wahrscheinlich in Wiener Buchhandlungen zu finden wäre? Die Frage stellten sich die drei Freunde eines Tages, als sie den Standort ihrer eigenen Amazon-Bestellung abriefen. Das muss doch auch anders funktionieren, waren sie überzeugt. Außerdem störe ihn persönlich der verantwortungslose Umgang von Amazon mit Mitarbeitern und Steuerzahlungen, so Moritz Stephan. Damit nehme man kleinen Buchhandlungen die Existenzgrundlage.

Wie funktioniert LOBU?

Der Ablauf ist unkompliziert: Einfach eine SMS mit Buchtitel, ISBN oder Autor und Adresse an die angegebene Nummer schicken. Die genaue Lieferzeit wird dann per SMS abgestimmt, so steht es auf der Website. Wenn vor 16h bestellt wird, dann versprechen die Gründer eine Lieferung zwischen 19h und 21h am selben Tag. Sollte das gewünschte Buch nicht vorrätig sein, dann werde üblicherweise am übernächsten Tag geliefert. Die Sendung kommt übrigens per Fahrradkurier. Vorerst gibt es LOBU nur im 18. Wiener Gemeindebezirk Währing.

 

Zwei Euro pro Bestellung

Momentan befindet sich das Projekt noch in einem Testlauf, in dem Bücher gratis bestellt werden können. Nach dieser Phase wird eine Lieferung um die zwei Euro kosten. Wenn LOBU in Währing gut anläuft, dann soll der Buchkurier auf ganz Wien ausgeweitet werden. Als weitere Bezirke sind der 19., 1.,4. und 8. angedacht.

Ob lokaler Online-Handel zukunftsfähig ist, ist generell eine spannende Frage. Im Lebensmittelbereich sind Unternehmen wie Foodora positive Beispiele, dass das Konzept funktionieren kann. LOBU ist übrigens kein Schulprojekt, sondern wurde von den drei Freunden in ihrer Freizeit entwickelt.

Verrückte Bücher und Lust an der Unordnung

Zum „Stöbern, Lesen, Schmökern“ lädt von 29.01. bis 07.02. die „Pop-Up-Bibliothek“ der Kunsthalle Wien am Karlsplatz ein. Im Rahmen eines Kunstprojektes wird ein Teil des sonst nur für Mitarbeiter zur Verfügung stehenden Bücherbestandes der Kunsthalle erstmals öffentlich zugänglich gemacht. Im Zentrum steht mehr als das bloße Lesevergnügen. Verrückte Bücher und Lust an der Unordnung weiterlesen