Viel Menschliches im Krieg der Sterne

Man sollte meinen, die Ausstellung Star-Wars-Identities in Wien wäre nur etwas für eingefleischte Fans. Weit gefehlt. So sind Freundschaften, Lernprozesse und Lebensentscheidungen zentrale Themen. Damit hat die Krieg-der-Sterne-Welt auch für Laien etwas zu bieten.

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Welche Mächte formen DICH? ist die Frage, um die sich die Star Wars Identities-Ausstellung dreht. Fotos: Anita Kiefer

Seit 18. Dezember – pünktlich zum Kinostart des siebten Star Wars-Teils – macht die Star Wars Identities-Ausstellung im Rahmen ihrer Welttournee im Wiener MAK (Österreichisches Museum für angewandte Kunst/Gegenwartskunst) Halt. Ausgestellt werden rund 200 originale Kostüme, Modellfiguren, Requisiten und auch Zeichnungen aus dem Lucas Museum of Narrative Art.

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Originalskizzen von der Entstehung einzelner Figuren gibt es ebenso zu sehen wie Originalrequisiten.

Ein Audioguide, der mittels Sensor bei den einzelnen Stationen aktiviert wird, führt durch die Ausstellung. Außerdem bekommt jeder Besucher am Eingang ein Armband, das im Lauf der Ausstellung einige Male gescannt werden muss. Der Zweck: An zehn verschiedenen Stationen baut sich der Besucher sukzessive die Star Wars-Figur, die er selbst im Film gewesen wäre – er wählt etwa seine Herkunft, seine Hobbys, Erziehung und seine Freunde aus.

Achtung für schüchterne Besucher, die allein in die Ausstellung gehen: An einer der zehn Stationen muss ein Freund gefunden und mit ihm gemeinsam das Armband gescannt werden.

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An zehn Stationen formen die Besucher ihren Star Wars-Charakter.

Roter Faden der Ausstellung ist der Wertekanon, den jeder Mensch im Lauf seines Lebens etabliert. Dieser Wertekanon zieht sich – ebenso wie durch alle Filme – auch durch die Exposition und auch durch die zehn Stationen, an denen der jeweils individuelle Star Wars-Charakter erstellt wird. 

Spannende Details erfahren die Besucher im Lauf der Ausstellung über die Entstehung der einzelnen Figuren. Die Augen von Jedi-Meister Yoda etwa, die kommen dem Betrachter deswegen so vertraut und weise vor, weil sie jenen von Albert Einstein nachempfunden sind. Oder: Um der Figur des Gansterbosses Jabba the Hutt Leben einzuhauchen, brauchte es nicht nur fünf Puppenspieler, sondern auch eine Entwicklungszeit von rund 1,5 Jahren. Viel Futter also für Detail- und Hintergrundverliebte.

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Die Star Wars-Ausstellung hält viele Detailinformationen zur Entstehung des Epos bereit. Ein Beispiel: Die Augen von Jedi-Meister Yoda sind jenen von Albert Einstein nachempfunden.

Durch die vielen interaktiven Elemente und Kurzfilme wird die Ausstellung aufgelockert und vermittelt – vor allem für den Besuch mit Kindern interessant – Inhalte auf spielerische Art.

Einziger Wermutstropfen sind die relativ hohen Preise für die Star Wars-Entdeckungsreise: 24,95 Euro kostet ein Ticket für Erwachsene an Wochenenden, Studenten bezahlen da 20,95 Euro – Garderobe ausgenommen. Nachdem aber rund 1,5 bis 2 Stunden für den Besuch der Ausstellung eingeplant werden sollten, ist sie das Geld definitiv wert.

Scannt man übrigens kurz vor Verlassen der Ausstellung ein letztes Mal sein Armband, wird der selbst kreierte Avatar an die Wand projiziert. Und: Zum immer wieder Anschauen und Teilen mit Freunden kann dieser auch per Mail verschickt werden.

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Am Ende der  Ausstellung erfährt der Besucher, wie sein individuell zusammengestellter Star Wars-Charakter aussieht.

Weltweit haben bisher rund 1,2 Millionen Menschen die Exposition besucht. Genaue Besucherzahlen für die bisherige Ausstellungsdauer in Wien will Bettina Lattermann, Head of PR, Marketing und Promotion, noch keine veröffentlichen. Nur so viel: „Insgesamt sind wir sehr zufrieden mit den aktuellen Besucherzahlen. Auch die Resonanz unserer BesucherInnen ist durchwegs positiv.“ Manchen Kindern würde beim Anblick von Yoda sogar einfach der Mund offen stehen bleiben, so Lattermann.

Auch keine waschechten Star-Wars-Fans, ja sogar Besucher, die das Filmepos nur vom Hörensagen kennen, kommen also bei dieser Ausstellung auf ihre Kosten. Bis 16. April gastiert Star Wars-Identities noch in Wien, dann zieht die Ausstellung weiter nach München.

Infos zur Ausstellung: Auf der Homepage oder per E-Mail an info@starwarsidentities.at