Machiavelli-Podcast kommt nach Wien

Der Machiavelli-Podcast kommt nach Wien. Am 23.2.2020 wird es eine Live-Show des Podcast über Rap und Politik von Cosmo/WDR im Theater an der Gumpendorferstraße in Wien geben. Nachdem die beiden Jungjournalisten Jan Kawelke und Vassili Golod im Zuge ihres Volontariats beim WDR den Machiavelli-Podcast gestartet haben, räumen sie mit diesem nun Preise ab und gehen auf Tour. Im Gepäck haben sie berühmte Gäste aus der deutschsprachigen Rap-Szene.

Philipp Amthor, Martin Schulz und Sahra Wagenknecht diskutieren im gleichen Podcast über Politik wie Eko Fresh, Maxim K.I.Z. und Sookee. Was sich zuerst wie ein zum Scheitern verurteiltes Experiment anhört, ist zu einem der erfolgreichsten deutschsprachigen Politikpodcasts geworden. Alle zwei Wochen wird bei diesem, zusammen mit Politiker*innen und Rapper*innen, eine Stunde lang über Politik und Rap geredet und gemeinsam Rap gehört.

Am 23.2. kommen die beiden Journalisten mit ihrem Podcast ins Theater an der Gumpendorferstraße in Wien, um dort, zusammen mit einer noch geheimen Rapgröße, einen Live-Podcast vor Publikum aufzunehmen. Tickets können im Vorverkauf um 18 € erworben werden. Die Show startet um 20:00 und wird danach selbstverständlich im Machiavelli-Podcast zu hören sein.

Rap und Politik als Erfolgsmodell

Im Sommer 2018 erschien die erste Folge des Machiavelli-Podcasts. Damals diskutierten der Fußballer Mesut Özil und Eko Fresh über Identität. Es sollte der Beginn eines lang andauernden Erfolgsprojekts werden. 39 Folgen später haben die beiden Jungjournalisten mit ihrer innovativen Idee den internationalen Music Journalism Award 2019 gewonnen, sind unter die Top 30 bis 30 vom Medium Magazin gewählt worden und landeten auf dem dritten Platz der besten Podcasts 2018 des Spiegel Online.

Beim Machiavelli-Podcast drehen sich die Gespräche um Ungleichheit, Macht und Musik. Die Themenbreite reicht von Antisemitismus, Sexismus und Rassismus bis hin zu Moral, Sex und Depression. Dabei widmen sich die beiden Journalisten den verschiedenen Themen stets sowohl über die politische als auch über die musikalische Ebene.

Neben Studiogesprächen entlang von thematischen Schwerpunkten, finden sich unter den Podcastfolgen auch einige Reportagen über die Musik- und Politikkultur von Frankreich, England und Österreich. Neben ihrer eigenen Expertise, die Kawelke und Golod in die Sendung einfließen lassen, sind es vor allem die unkonventionellen Gesprächssituationen zwischen Rapper*innen und Politiker*innen, die den Podcast so einzigartig machen.

So werden Spitzenpolitiker wie Martin Schulz und Philipp Amthor im Machiavelli-Podcast teils weiter aus ihrer Deckung geholt, als dies bei Vorwahldiskussionen zur Bundestagswahl geschieht. Und auch Sahra Wagenknecht erscheint in einem für eine Politikerin untypischen Licht, wenn sie zusammen mit der Rapperin KeKe über Burn-Out und Depression spricht.

Außerdem ergeben sich durch das Podcast Setting ungewöhnliche Situationen, wie jene, als sich die linksradikale Rapperin Sookee und die CDU Politikerin Diana Kinnert auf der re:publica gegenüber saßen und über Feminismus und politisches Engagement diskutierten.

Machiavelli und Makaveli

Zusammengefasst geht es beim Machiavelli-Podcast um Macht. Darum, wie diese gesellschaftlich und in der Rap-Szene verteilt ist und wer nach ihr warum strebt.

Wie die beiden Journalisten gegenüber dem Westdeutschen Rundfunk (WDR) erklären, hängt damit auch die Namenswahl für den Podcast zusammen: „Niccolò di Bernardo dei Machiavelli war einer der bedeutendsten Politikphilosophen der Neuzeit. Tupac Amaru Shakur, auch bekannt unter seinem Pseudonym Makaveli, war einer der erfolgreichsten US-Rapper. Zwei Schlüsselfiguren von Politik und HipHop, die beide unter demselben Namen erfolgreich wurden.“

Machiavelli wurde in erster Linie durch sein Werk „Der Fürst“ bekannt. Dieses gilt bis heute als eine der zentralsten politisch-philosophischen Schriften. Darin entwirft er eine, von Moral und Religion abstrahierte, auf Rationalität und Machterhalt ausgerichtete, Politik. Quasi auf der anderen Seite der gesellschaftlichen Macht wuchs der Rapper Tupac Shakur in ärmlichen Verhältnissen auf und verkaufte später über 75 Millionen Tonträger.

© Nils vom Lande

So verschieden die Themen Rap und Politik sind, so unterschiedlich sind auch die beiden Moderatoren. Jan Kawelke, Musikjournalist und Rapper unter dem Namen „Icarus“, trägt meistens Jogginghosen im Aufnahmestudio und weiß mehr über die Bedeutung einzelner Passagen aus Raptexten, als über das europäische Parlament. Vassili Golod, Politikjournalist und Fechter, tritt stets im Anzug auf und hat immer eine Definition der wichtigsten politischen Begriffe parat, aber kennt oft nicht einmal die Namen der berühmtesten Rapper*innen.

Mit dieser Kombination aus lockerer Herangehensweise an Politik über Rap und dem modern und jugendlich ausgerichtetem Format dürften die zwei Journalisten den Nerv der Zeit getroffen haben.

Links

Die Live-Show findet am 23.2.2020 um 20:00 Uhr im Theater an der Gumpendorferstraße statt.
Ticket VVK 18€/AK 22€

https://dastag.at/produktionen/machiavelli/

https://www.instagram.com/machiavellipodcast/?hl=de

https://www1.wdr.de/radio/cosmo/podcast/machiavelli/index.html