In den Magen statt in den Müll

Im August 2019 startete die App „To Good To Go“ in Österreich. Mit dem Ziel Lebensmittelverschwendung in Restaurants, Bäckereien, Cafés, Supermärkten und Hotels zu minimieren. Seit Corona gibt es eine verstärkte Nutzung seitens der Nutzer, andererseits verkleinert sich das Angebot der Gastronomen.

443.182 Österreicherinnen und Österreicher, 1.137 Gastronomie- und Lebensmittelbetriebe retteten bereits 567.546 Mahlzeiten seit Beginn der App „To Good To Go“. Die Zahlen steigen täglich. App-Nutzerinnen und -Nutzer erfreuen sich an dem Prinzip gleichermaßen wie die Betriebe, die teilnehmen. Das System ist einfach: Man lädt sich die App aufs Handy herunter und klickt sich rein, kauft eine Mahlzeit bei seinem gewünschten Betrieb und holt sie im Abholzeitraum ab. Auch in Zeiten von Corona bieten zahlreiche Unternehmen das Service an. To Good To Go Mitarbeiterin Stefanie Krenn berichtet allerdings, dass durch die Corona-Krise die Essensanbieter weniger Mahlzeiten zur Abholung mit der App anbieten, da sie momentan ohnehin besser planen können und weniger Lebensmittel verschwenden.

„Gut für die Umwelt, gut für‘s Geldbörserl“

Betrachtet man das Preis-Leistungs-Verhältnis der abgeholten, übrig gebliebenen Waren, kann man in den meisten Fällen von einem günstigen Kauf sprechen. Zerlegt man beispielsweise ein Bäckersackerl von Felber, erhält man Gebäck im Wert von 12,99 Euro um 3,99 Euro.

Doch neben den günstigen Preisen für die Mahlzeiten zeigt sich auch der Wille, die Lebensmittelverschwendung zu reduzieren. „Ich hasse, es Lebensmittel wegzuwerfen, mit der App habe ich das Gefühl, was Gutes für die Umwelt zu tun!“, so der Leitgedanke einer anderen Käuferin. Der Grundgedanke des Umweltschutzes scheint zu funktionieren. Denn laut Berichten einer Mitarbeiterin von der Bäckerei Felber hat sich die Lebensmittelverschwendung bei ihnen reduziert, seit sie die „Überraschungssackerl“ anbieten.

Gegründet wurde To Good To Go 2015 von Mette Lykee in Kopenhagen. Georg Strasser brachte die Idee nach Österreich und ist nun der Country Manager von To Good To Go Österreich. Eine Frage bleibt allerdings offen: Woraus die App wirtschaftlichen Gewinn schöpft und wie sie sich rentiert.

(c) To Good To Go
Lebensmittelverschwendung belastet die Umwelt.