Wohnhaus

lockdown im studentenheim

Nicht nur Hotels kämpfen zur Zeit mit leeren Zimmern, sondern auch Studentenheime. Wie lebt es sich im Studentenheim während einer Pandemie? Wir fragen bei den Betreibern und bei einem Bewohner nach

Gesperrte Gemeinschafts- und Aufenthaltsräume, keine Partys, Essen im Zimmer und nicht in der Küche am Gang: Das klassische Leben im Studentenheim ist während Corona stark eingeschränkt. Der Großteil der Uni- und FH-Vorlesungen findet via Zoom und Distance-Learning statt, viele zieht es zurück in die Bundesländer. Das merkt man auch, sagt uns Martin, Bewohner eines Studentenheimes im sechsten Bezirk: „Rein subjektiv geschätzt ist ein Viertel weniger los auf den Gängen und in Gemeinschaftsküchen.“

Etwa auch wegen des Sicherheitsgefühls? Martin sagt: „Es gibt schon viele Berührungspunkte mit anderen BewohnerInnen.“ Er selbst habe das Glück ein Einzelzimmer zu haben, das sei aber in seinem Studentenheim aber die klare Ausnahme. „Viele bei uns im Heim teilen sich auch zu zweit ein Zimmer. Oft mit einer Person, die sie vorher gar nicht gekannt haben. Bevor ich da die Familie gefährde, wenn ich am Wochenende heimfahre, würde ich gleich daheim bleiben, wenn ich keine Vorlesungen habe.“

Doppelzimmer im Studentenheim (C) Martin Ziniel

Leere Zimmer

Corona sorgt beim Großteil der Betreiber für eine deutlich schlechtere Auslastung der Heime im kommenden Semester. Konkrete Zahlen können die Studentenheimbetreiber home4students, BASE, Milestone, STUWO oder Wihast auf Anfrage nicht sagen. Vor allem, weil die Anmeldungen noch laufen und die Nachfrage von Haus zu Haus unterschiedlich sei und sich von Tag zu Tag ändert. Thomas Lebinger, der Chef der BASE-Gruppe meint bei unserem Anruf etwa: „Wir haben gerade viele Stornierungen bekommen. Es kann aber sein, dass das in mehreren Wochen anders ist.“

Das sei auch auf das Fehlen der internationalen Studierenden zurückzuführen. Lebinger sagt hier auf Nachfrage: „Das Wichtigste sind die österreichischen Studierenden. Sie sind die Basis für uns für eine stabile Kalkulation. Aber wenn auch die wegfallen, dann ist das ein Problem.“

Caroline Hadl von MILESTONE betont, dass das Buchverhalten der Studierenden fürs Sommersemester heuer besonders spät stattgefunden hat. Man ist sich dort aber sicher: „[…] dass auch Studierende, die nur temporär Präsenzveranstaltungen haben, nicht auf wesentliche Aspekte des Studierendenlebens verzichten wollen. Auch wenn es z.B. nur zwei- oder dreimal pro Woche Präsenzunterricht gibt, ist eine Unterkunft am Studienort notwendig. Unsere Buchungszahlen bestätigen bisher unsere Annahme.“

In anderen Studentenheimen wie etwa beim Betreiber home4students wurden extra Zimmer frei gehalten haben für Covid19-Absonderungen. Aber auch hier sagt uns Geschäftsführerin Sabine Straßer: „Die Anzahl an Kündigungen im Dezember war deutlich höher als in den Jahren zuvor, die Anmeldungen geringer.“